Tägliches Ritual?

17. Mai 2021

Hast du ein regelmässiges Ritual, um zur Ruhe zu kommen? Ein paar Atemübungen vielleicht, eine Meditation, ein paar Yoga-Übungen? Es gibt viele Möglichkeiten, um einen Moment innezuhalten und wieder bei dir anzukommen. 

Was das bringt? Mir hilft es enorm, den manchmal hektischen oder einfach überladenen Alltag etwas auf die Seite zu schieben, zu spüren, wie es mir geht. Manchmal übergehe ich im Alltag und in der Hektik gewisse Körpersymptome, achte gar nicht auf mich, weil grad anderes wichtig scheint. Daher ist es für mich zentral, jeden Tag 1-2 Mal zur Ruhe zu kommen, in Ruhe zu Atmen, mich zu spüren, alles andere grad stehen zu lassen, um mich wieder wahrzunehmen. 

Hier eine wunderschöne Möglichkeit, dies zu tun. 
Von Markus Gruber, hier im Link. 

Umgang mit Emotionen Teil 2

23. März 2021

Umgang mit Emotionen Teil 2


Was ist deine Erfahrung im Umgang mit Emotionen oder Gefühlen? Bist du gewohnt, sie zu zeigen oder erwartet dein Umfeld eher ein angepasstes Verhalten von dir? 


Von meinen Eltern hatte ich leider als Kind nicht gelernt, wie ich gut mit Emotionen umgehen kann. Es war eher so, dass ich mich mit meinen Gefühlen nicht verstanden gefühlt hab und deshalb vieles in mich hineingefressen hab. 


Wieso machen wir das? Weil es vielleicht für unser Umfeld schwierig ist, diese Emotionen und Gefühlslagen auszuhalten? Ja es ist definitiv nicht einfach, die Gefühlsregungen der anderen immer auszuhalten. Denn manchmal handelt es sich um Wut, die kommt oft überraschend und intensiv. Schwierig zum Aushalten. Oder es geht um Trauer, ebenfalls schwierig zum Zuschauen und Hinnehmen. 


Aber meine Erfahrung ist, dass der Moment der echten Gefühle immer auch ein Moment der Intimität/Nähe und der echten Beziehung ist. Das ist ein wirklicher Grund, diesen Moment auszuhalten oder es zu versuchen. Auszuhalten ohne etwas tun zu müssen. Das fällt uns oft ganz schwer. Daher lieber wegdrücken, ablenken ect. Da ist er, der entscheidende Punkt. Die Emotionen der anderen und auch unsere eigenen sind meistens schwer zum Aushalten. 


aber mich angenommen fühlen, mit meinen Emotionen ist etwas vom Schönsten, das ich erleben kann. So sein dürfen, wie ich bin. Ob traurig, ob wütend, ob freudig. Mich ernst genommen fühlen, das ist es, was ich mir wünsche. Gesehen zu werden.


Gehts dir auch oft so? 


Aber was mache ich nun mit meiner Wut oder mit meiner Verzweiflung? Halte ich sie selber aus? Auch ohne die Schuld auf andere zu schieben? 


Das sind Themen mit denen ich mich in meiner Arbeit mit Menschen befasse. Hat es dich angesprochen? 
Bald in einem 3. Teil....

Umgang mit Emotionen/Krisen

11. März 2021

Was mich im Moment sehr beschäftigt in meiner Arbeit mit Jugendlichen und aber auch mit Erwachsenen: wie können wir lernen, mit unseren Emotionen gut umzugehen?

Wir stecken gerade mitten in einer sehr schwierigen Zeit. Insbesondere für Jugendliche, die noch in der Entwicklung ihrer eigenen Ressourcen sind, ist diese Corona Krise und ihre Auswirkungen sehr prägend. In der Pubertät sortieren sich Gehirn und Emotionen, ja der ganze Körper noch einmal neu. Es fällt mir zunehmend auf, dass Jugendliche wenig bis keine "Werkzeuge" und Ideen haben, wie sie mit ihren Emotionen oder sogar Krisen umgehen sollen. Oftmals sind aus ihrer Sicht viele Andere an ihren Problemen schuld. Schliesslich waren ja auch die Erwachsenen bisher für Ihr Wohl zuständig. Wie lernen sie denn nun, Verantwortung für ihre eigenen Gefühle und Anliegen zu übernehmen?

Ja wir lernen in der Schule ganz viel über Mathe, Französisch, Englisch und viel anderes interessantes Wissen, das wir auch bald wieder vergessen, weil wir es nicht ständig trainieren. Und natürlich wir lernen auch jeden Tag aneinander und beobachten uns. Und die Kinder und Jugendlichen kopieren die Verhaltensweisen von uns Erwachsenen. Aber können wir Erwachsene denn gut mit unseren Krisen und Emotionen umgehen? Sind wir darin gute Vorbilder?

Wie schaffen wir es denn, Emotionen auszuhalten? Hast du Ideen dazu? Es wäre toll, es gäbe ein Schulfach, das sich direkt mit unserer psychischen Gesundheit beschäftigt und in dem wir solche Ideen üben und besprechen, am besten täglich. Es gibt bereits einige Länder und Schulen, die mit dem Schulfach "Glück" in diese Richtung arbeiten. Der Bund und die kantonalen Präventionsstellen arbeiten zur Zeit an dieser Kampagne: 10 Schritte für die psychische Gesundheit. Ja das sind gute Ideen. Aber wie kann das ein Jugendliches umsetzen? Oder wie setzt du es um? 

Oft ist dies bereits zu viel Information auf einmal und eine zu grosse Hürde. Oder es geht mir grad so schlecht, dass ich keinen dieser 10 Schritte alleine umsetzen kann. Dann ist es gut, ich kann mich jemandem anvertrauen, der/die mir vielleicht einen nächsten Schritt zeigen kann oder mit mir den nächsten Schritt geht. 

Hast du so eine Person, die dir helfen kann? Suchst du Unterstützung? Wie gehst du mit deinem Frust um? Gerne helfe ich dir auf diesem Weg. Ruf einfach an... 

Ich werde hier noch einen 2. Teil zu diesem Thema erstellen....




Alte Überzeugungen

15. Dezember 2020

Ich habe gerade mit Vergebungsarbeit an mir selber gearbeitet und wichtige Erkenntnisse gehabt. Wie ich die Dinge bewerte, ist nur meine Sicht der Dinge. Das entspricht nicht unbedingt oder sogar wahrscheinlich nicht der Wahrnehmung der anderen Person, die möglicherweise auch involviert ist. Ich bewerte eine Situation, vielleicht von früher, so wie ich meine, sie sei zu bewerten. Denn eine andere Sicht habe ich vermutlich nicht. Es hat in mir diese oder jene Gefühle ausgelöst. Heisst aber nicht, dass es so gemeint war. Nun aber habe ich diese Erfahrung in mein Weltbild integriert und vermutlich immer wieder neu daran geglaubt bzw war fest der Überzeugung, dass es so ist oder war. Erst jetzt habe ich durch ein näheres Hinschauen bemerkt, dass die alte Geschichte doch vermutlich aus Liebe geschehen ist, aber mit einer ganz anderen Idee dahinter. Nun, heute bin ich frei geworden, dadurch dass ich meine alte Überzeugung loslassen konnte. Und statt meine alte, traurige Erfahrung als traurige Erinnerung gespeichert zu lassen, hab ich bemerkt, dass mich diese Erfahrung trotz allem gestärkt hat. Nur durch sie habe ich mich so entwickelt und nur durch sie hab ich mich eingesetzt für dieses und jenes. Somit kann ich diese alte Erfahrung nun als eine wichtige Ressource für mein Leben nehmen, die mir nun heute Kraft gibt. Ohne meine Erfahrungen wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. 

Wo ist mein Fokus? 

2. Nov. 2020

In dieser Corona Zeit merke ich sehr stark, wie wichtig es ist, wo ich meine Gedanken hinlenke. Bin ich beschäftigt mit den aktuellen Fallzahlen oder den Corona Pro und Contras? Oder verfolge ich ständig die Nachrichten und muss mithalten, was rund um die Welt so läuft? 

Ich hab mich dagegen entschieden. Gegen all die Sachen, die ich nun aufgezählt hab. Weil es mir sehr viel Energie raubt, die ich wirklich anders einsetzen kann. Ja für mich ist es sogar sehr wichtig, meine Gedanken, mein Fokus auf mein Tun zu richten. Meine Arbeit, die ich voranbringen will, meine Kurse an denen ich grosse Freude hab, meine Beziehungen, die mir wichtig sind. 

Wie schaffe ich das, da schliesslich alle immer wieder über diese Corona Zeit schimpfen? Und ja es ist wirklich eine grosse Herausforderung für uns zur Zeit. Ich bin selber gerade in Quarantäne und kann daher meine Arbeit nicht ausüben. Das kann wirklich nerven. 

Aber ich habe mich entschieden, die Massnahmen die das BAG vorschreibt, einfach hinzunehmen, statt Zeit mit diskutieren zu verbringen. Ich möchte meine Energie in meine Projekte investieren! Ich habe das Glück sagen zu dürfen, dass ich gerne arbeite, ob als Jugendarbeiterin oder als Coach.  Daher ist es mir wichtig, hier mein Fokus zu legen und meine Energie hier einzusetzen. 

Wie gelingt mir das? Ja es ist von Tag zu Tag eine neue Herausforderung. Denn jeden Tag kommen neue Nachrichten oder Situationen auf uns zu, die wir gerne aus Ausrede dafür benutzen, nicht in unserer Energie für unsere Projekte zu sein. Kennst du das? Ja ich muss wirklich jeden Tag von neuem, manchmal mehrmals pro Tag, ein kleines Ritual machen, mich besinnen, um mich wieder zu fokussieren. Fokussieren auf das, was ich wirklich tun will. 

Und ja, es gibt Tage, an denen es mir nicht gelingt. Das ist einfach so und ich muss mich nicht beschimpfen deswegen. Sobald ich es bemerkt habe, fertig getrauert oder halt doch geschimpft habe, kann ich mich wieder ausrichten und neu zu fokussieren beginnen. Ich staune immer wieder, wie die Energie ganz automatisch dorthin geht wo ich sie reinstecke. Schon komisch grins...

RHO Beratungen

Ramona Hochrainer
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