Maschengefühle

29. August 2023

In Stressmomenten neigen wir dazu, unbewusst unsere lange erprobten Überlebensmuster spielen zu lassen. Eines davon kann sein, mit Trauer zu reagieren, obwohl wir eigentlich Wut empfinden. Weil mir zum Beispiel als Kind nicht erlaubt war, Wut zu zeigen, Trauer aber ok war. Oft haben das Mädchen so erlebt und Jungs eher umgekehrt. Vielleicht habe ich damals für Trauer mehr positive Aufmerksamkeit bekommen als für Wut. Also habe ich das möglicherweise zu meiner Unbewussten Strategie gemacht. 
Leider ist dieses Ersatzgefühl/Maschengefühl, wie es die Transaktionsanalyse nennt, jeweils nicht hilfreich für die Problemlösung. Denn die Wut die eigentlich aufkommt, die hätte etwas verändert, hätte ein Bedürfnis ans Tageslicht gebracht. Die Trauer führt eher dazu, dass ich nicht in die Handlung komme, weil es nicht eine echte Trauer ist, sondern nur eine unbewusste Strategie, um die Wut nicht zeigen zu müssen. 
Ich persönlich kenne das sehr gut. Manchmal wäre ich eigentlich wütend, aber es schnürt mir die Kehle zu und Tränen kommen. Dann bin ich nicht mehr in der Lage, meine Situation ins Positive zu verändern. Ich muss mich zuerst beruhigen und erst in einem weiteren Schritt kann ich dann meinem Unmut Luft verschaffen. 

Wichtig scheint mir vor allem, dass ich dies aber mittlerweile recht schnell realisiere. Manchmal kann ich es sogar aussprechen und die Situation verbessert sich sofort. Mir hilft es sehr, wenn ich meine Gefühle oder was mit mir grad los ist direkt mitteilen kann. Dann ist gleich Besserung in Sicht. 
Kennst du das?

Auf Augenhöhe

18. Juli 2023

Augenhöhe! Diese Tage begegnet mir dieses Wort ständig. Manchmal ist das doch so, dass sich ein Wort plötzlich so häuft und an jeder Ecke entdeckst du es wieder. Spannend! Und was genau bedeutet es eigentlich? 
Für mich ist es nicht nur die Höhe, die ich die gleiche einnehme wie mein Gegenüber, sondern es ist vor allem die Notwendigkeit (würde ich fast sagen), mich mit der anderen Person so zu verbinden, dass ich wahrnehme, was bei ihr grad ist. Mich emotional zu verbinden, um zu verstehen. Fragen, um zu verstehen, nicht um zu antworten. Es setzt voraus, dass mein Interesse am Gegenüber gross ist, ich verstehen will, hören will, sogar fühlen will, was es mir zu sagen hat. Und erst auf dieser Ebene können wir einander wirklich erreichen! Dann wenn wir uns emotional verbinden. 

"Es ist Zeit"

22.05.2023

Das war das Motto des gerade vergangenen, sehr inspirierenden TA Kongresses in Lindau. 
Für mich ist es Zeit innezuhalten, zu reflektieren was meine nächsten Prioritäten sein sollen. 
Kennst du das? Es bleibt zu wenig Zeit für alles was du am liebsten tun würdest! So Vielem würde ich am liebsten nachgehen, mich vertiefen. Aber am Ende des Tages bleiben 24h, davon brauche ich auch einen grossen Teil Ruhe/Entspannung/Schlaf. Somit muss ich sehr gut überlegt meine Prioritäten setzen. Hast du auch manchmal Mühe damit? Frustriert es dich auch hin und wieder?  

Welche Weiterbildungen soll ich machen? Was bringt mir welche Anerkennung? Dieser Papierli-Krieg macht mich fertig! Sind die vielen Zertifikate wirklich nötig? Weshalb jagen wir alle diesen Abschlüssen hinterher? Ist es dann auch irgendwann mal gut oder erst mit 65? 

Das bringt mich zu den Antreibern, die Eric Berne so treffend in seiner Transaktionsanalyse definiert hat. (Stewart/Joines 2009, S. 228) Ich schwanke hier zwischen dem Antreiber "streng dich (immer) an" und meinem Lieblingsantreiber "mach es (immer) allen recht". Und dann frage ich mich, wann genau in meinem Leben ist es eigentlich genug? Genug getan und mich angestrengt? Wünschen würde ich mir, dass ich auch ohne diese Papierli in meinem ganzen Sein geschätzt werde. Mit meiner Erfahrung, meiner Sicht auf die Welt und meinem Tun. Und ja, als allererstes muss ich mir die Erlaubnis geben, dass dies genug ist, dass ich mir genüge. Das ist gar nicht so einfach.....Genüge ich mir? Oder was spielt hier unbewusst noch mit?Wieso genügt es mir nicht/genüge ich mir nicht?

Die TA bietet hier wunderbare Konzepte, um solchen Dingen auf die Spur zu kommen. Denn manchmal fällt es mir leichter, wenn ich den Grund/die Ursache verstehe, weshalb ich irgendwo hängen bleibe. Erst wenn ich die Verletzung dahinter verstanden habe, kann ich mich dem zuzuwenden, was ich wirklich tun will und kann das Alte loslassen. Also nun angenommen ich muss nicht mehr den Papierli und Zertifikaten nachrennen, was würde ich dann tun? Wie würde ich meine Zeit am Liebsten verbringen wollen? Bücher lesen wäre dann ganz vorne mit dabei.... keine Romane, eher Fachwissen oder Philosophisches..... Räume schaffen, in denen ich und wir uns auf uns selber konzentrieren können..... Menschen unterstützen, ihren Weg zu finden....













Wem diene ich?

Gerade wurde mir von Neuem klar, wie oft wir, damit meine ich bewusst die Mehrzahl, unbewusst Dinge tun und uns selber übergehen dabei. Ja, ich meine damit das Kollektiv der Frauen (gilt aber auch für alle Geschlechter). Wir werden so erzogen, diesem System zu dienen, uns nicht zu spüren, sondern gefügig zu sein, ja verfügbar zu sein, und dies ständig. Und ja, ich schliesse mich da nicht aus. Unreflektiert geschieht mir das auch oft, zu oft. Ich bin es gewohnt, zu funktionieren, wenn nötig (oft auch wenn unnötig). Und das "wenn nötig", lasse ich sogar von aussen bestimmen und geschieht auch nicht so bewusst. Insgesamt übergehe ich mich und meinen Körper dabei regelmässig. Denn schliesslich fragt niemand: Ist das heute für dich machbar oder wie gehts dir damit? Es muss ja meistens einfach getan werden, damit alles funktioniert, alle zufrieden sind und fertig. Nun merke ich immer mehr, wie sich hier Widerstand in mir breit macht oder sogar mein Körper mir deutliche Signale gibt, um zu sagen: Nein, heute ist dies keine Option. Nein, heute brauche ich was ganz anderes und heute ist es mir nicht danach, einfach zu funktionieren. 

Und vielleicht zeigt mein Körper mir ja sogar noch deutlicher, dass er Ruhe braucht, dass er grad keine Leistung erbringen kann. Was mache ich dann? Höre ich hin? Oder nehme ich eine Tablette und funktioniere weiter? Habe ich ein schlechtes Gewissen, die Arbeit oder was auch immer stehen zu lassen und mir Zeit und Ruhe zu gönnen? 

Mein Körper ist zum Glück intelligent genug geschaffen, um mir aufzuzeigen, was er braucht, wenn schon mein Kopf was anderes erzählt oder glaubt. Aber bin ich bereit, hinzuhören? Bin ich breit, die nötigen Schritte zu tun, damit sich mein Körper entspannen kann und somit dann auch mein ganzes Nervensystem? Oder muss ich erst Symptome haben, um zu merken, dass ich hinhören sollte oder ich mehr Ruhe brauche? 

Manchmal helfen mir dabei kleine Rituale, um mich wieder zu spüren. Zum Beispiel hole ich mir einen Kaffee. Während er durch die Maschine läuft, frage ich mich:  Wie gehts mir gerade, was brauche ich jetzt? Kann ich das möglicherweise integrieren was ich grad brauche?

Wie gehst du damit um? Kennst du auch einige Achtsamkeitsübungen?

Sofa-Zeit / Innehalten

Der Graureiher beeindruckt mich immer wieder. Er zeigt uns, wie wir innehalten können. Er steht dann ganz ruhig da und beobachtet. Diesen Zustand nehme ich mir zum Vorbild. 

Manchmal braucht es ein Innehalten, eine Auszeit, eine Sofa-Zeit, um zu spüren, was mein Körper grad braucht. Oft schenke ich ihm zu wenig Aufmerksamkeit. Übergehe sogar körperliche Symptome, weil... es gibt viele Gründe dafür. Aber es tut mir nicht gut. 

Daher habe ich nun beschlossen, in meinem inneren Winter, meiner Mens-Zeit, mir mehr Ruhe zu gönnen, mich aufs Sofa zu legen.... Kennst du den inneren Winter? willst du mehr darüber erfahren...?

Umgang mit Emotionen

Teil 3, Wut

Montag 25.4.2022

Vor einiger Zeit habe ich darüber geschrieben, dass es oft nicht einfach ist, Gefühle auszudrücken. Bei mir habe ich sogar beobachtet, dass ich geübt bin, meine Gefühle unter den Teppich zu kehren. Ich habe die Überzeugung aus meiner Kindheit mitgenommen, dass es nicht wichtig ist, was ich fühle. Wichtig ist es, mich anzupassen, gehorsam zu sein und mich den Erwachsenen unterzuordnen. Das Erschreckende: manchmal mache ich es noch heute, als erwachsene Frau! 
Mir fällt immer wieder auf, dass gerade wir Frauen als Kind angehalten wurden, uns anzupassen, unsere Wut im Zaun zu halten, ja nicht ausfällig zu werden. Was passiert mit der unterdrückten Wut? Weisst du es? Es kann vieles damit passieren. Was sehr häufig passiert: wir wandeln die Wut in Trauer um, statt wütend und laut zu sein, sind wir traurig und weinen vielleicht. Denn traurig zu sein wurde grad so knapp toleriert. Nur wenn es sich um Wut handelt, die unterdrückt wurde, wird sich das rächen. Wir sind nämlich sehr gerne SammlerInnen von Wut-Märkchen, die wir in unser "Rabattmarkenheft" einkleben. Wenn das Heft voll ist, dann knallen wir es auf den Tisch, verlieren möglicherweise die Fassung und die angestaute Wut kommt unkontrolliert zum Vorschein. Oder noch schlimmer, wir entwickeln Depressionen. 
Kennst du das?
Wie lässt sich das verhindern? Wäre es vielleicht nicht doch sinnvoll, ich würde diese Wut-Themen anschauen, bevor mir der Kragen platzt?
Hinter jeder Wut oder jedem Ärger steckt immer ein unbefriedigtes Bedürfnis. 
Schreib mir, wenn du dich angesprochen fühlst. 

Nimmst du dir Zeit, um dich zu spüren?

18. Oktober 2021
Es fällt mir immer wieder auf, dass wir im Alltag so oft mit hunderten von Dingen beschäftigt sind und aber so wenig davon wirklich bewusst wahrnehmen. So oft bin ich im Kopf und der redet permanent etwas, auch wenn mein Mund sich nicht bewegt. Es ist gar nicht so einfach, den Kopf oder diese Stimmen bewusst wahrzunehmen geschweige denn abzuschalten. Geht das überhaupt, diese abzustellen? Was aber geht, ist in meinen Körper hineinzuspüren, körperliche Signale wahrzunehmen. Ganz gut gelingt mir das in der Natur. Die Natur macht es mir nämlich vor. Sie redet nicht so viel, sondern ist einfach da. Und diese Ruhe tut mir unendlich gut. Ich könnte da stundenlang sitzen. Ich versuche zu spüren, wie es mir geht. Was nehme ich in mir wahr? Vielleicht bin ich müde oder traurig, vielleicht aber auch glücklich oder einfach nur zufrieden. Je mehr ich diese kleinen Auszeiten praktiziere, desto mehr kann ich dies auch ausserhalb der Natur, sogar mitten im Gewusel. Versuchs mal! Es ist sehr wertvoll, dich selber zu spüren. Und gib nicht so schnell auf! Übe immer wieder!

Tägliches Ritual?

17. Mai 2021

Hast du ein regelmässiges Ritual, um zur Ruhe zu kommen? Ein paar Atemübungen vielleicht, eine Meditation, ein paar Yoga-Übungen? Es gibt viele Möglichkeiten, um einen Moment innezuhalten und wieder bei dir anzukommen. 

Was das bringt? Mir hilft es enorm, den manchmal hektischen oder einfach überladenen Alltag etwas auf die Seite zu schieben, zu spüren, wie es mir geht. Manchmal übergehe ich im Alltag und in der Hektik gewisse Körpersymptome, achte gar nicht auf mich, weil grad anderes wichtig scheint. Daher ist es für mich zentral, jeden Tag 1-2 Mal zur Ruhe zu kommen, in Ruhe zu Atmen, mich zu spüren, alles andere grad stehen zu lassen, um mich wieder wahrzunehmen. 

Hier eine wunderschöne Möglichkeit, dies zu tun. 
Von Markus Gruber, hier im Link. 

Umgang mit Emotionen Teil 2

23. März 2021

Umgang mit Emotionen Teil 2


Was ist deine Erfahrung im Umgang mit Emotionen oder Gefühlen? Bist du gewohnt, sie zu zeigen oder erwartet dein Umfeld eher ein angepasstes Verhalten von dir? 


Von meinen Eltern hatte ich leider als Kind nicht gelernt, wie ich gut mit Emotionen umgehen kann. Es war eher so, dass ich mich mit meinen Gefühlen nicht verstanden gefühlt hab und deshalb vieles in mich hineingefressen hab. 


Wieso machen wir das? Weil es vielleicht für unser Umfeld schwierig ist, diese Emotionen und Gefühlslagen auszuhalten? Ja es ist definitiv nicht einfach, die Gefühlsregungen der anderen immer auszuhalten. Denn manchmal handelt es sich um Wut, die kommt oft überraschend und intensiv. Schwierig zum Aushalten. Oder es geht um Trauer, ebenfalls schwierig zum Zuschauen und Hinnehmen. 


Aber meine Erfahrung ist, dass der Moment der echten Gefühle immer auch ein Moment der Intimität/Nähe und der echten Beziehung ist. Das ist ein wirklicher Grund, diesen Moment auszuhalten oder es zu versuchen. Auszuhalten ohne etwas tun zu müssen. Das fällt uns oft ganz schwer. Daher lieber wegdrücken, ablenken ect. Da ist er, der entscheidende Punkt. Die Emotionen der anderen und auch unsere eigenen sind meistens schwer zum Aushalten. 


aber mich angenommen fühlen, mit meinen Emotionen ist etwas vom Schönsten, das ich erleben kann. So sein dürfen, wie ich bin. Ob traurig, ob wütend, ob freudig. Mich ernst genommen fühlen, das ist es, was ich mir wünsche. Gesehen zu werden.


Gehts dir auch oft so? 


Aber was mache ich nun mit meiner Wut oder mit meiner Verzweiflung? Halte ich sie selber aus? Auch ohne die Schuld auf andere zu schieben? 


Das sind Themen mit denen ich mich in meiner Arbeit mit Menschen befasse. Hat es dich angesprochen? 
Bald in einem 3. Teil....

Umgang mit Emotionen/Krisen

11. März 2021

Was mich im Moment sehr beschäftigt in meiner Arbeit mit Jugendlichen und aber auch mit Erwachsenen: wie können wir lernen, mit unseren Emotionen gut umzugehen?

Wir stecken gerade mitten in einer sehr schwierigen Zeit. Insbesondere für Jugendliche, die noch in der Entwicklung ihrer eigenen Ressourcen sind, ist diese Corona Krise und ihre Auswirkungen sehr prägend. In der Pubertät sortieren sich Gehirn und Emotionen, ja der ganze Körper noch einmal neu. Es fällt mir zunehmend auf, dass Jugendliche wenig bis keine "Werkzeuge" und Ideen haben, wie sie mit ihren Emotionen oder sogar Krisen umgehen sollen. Oftmals sind aus ihrer Sicht viele Andere an ihren Problemen schuld. Schliesslich waren ja auch die Erwachsenen bisher für Ihr Wohl zuständig. Wie lernen sie denn nun, Verantwortung für ihre eigenen Gefühle und Anliegen zu übernehmen?

Ja wir lernen in der Schule ganz viel über Mathe, Französisch, Englisch und viel anderes interessantes Wissen, das wir auch bald wieder vergessen, weil wir es nicht ständig trainieren. Und natürlich wir lernen auch jeden Tag aneinander und beobachten uns. Und die Kinder und Jugendlichen kopieren die Verhaltensweisen von uns Erwachsenen. Aber können wir Erwachsene denn gut mit unseren Krisen und Emotionen umgehen? Sind wir darin gute Vorbilder?

Wie schaffen wir es denn, Emotionen auszuhalten? Hast du Ideen dazu? Es wäre toll, es gäbe ein Schulfach, das sich direkt mit unserer psychischen Gesundheit beschäftigt und in dem wir solche Ideen üben und besprechen, am besten täglich. Es gibt bereits einige Länder und Schulen, die mit dem Schulfach "Glück" in diese Richtung arbeiten. Der Bund und die kantonalen Präventionsstellen arbeiten zur Zeit an dieser Kampagne: 10 Schritte für die psychische Gesundheit. Ja das sind gute Ideen. Aber wie kann das ein Jugendliches umsetzen? Oder wie setzt du es um? 

Oft ist dies bereits zu viel Information auf einmal und eine zu grosse Hürde. Oder es geht mir grad so schlecht, dass ich keinen dieser 10 Schritte alleine umsetzen kann. Dann ist es gut, ich kann mich jemandem anvertrauen, der/die mir vielleicht einen nächsten Schritt zeigen kann oder mit mir den nächsten Schritt geht. 

Hast du so eine Person, die dir helfen kann? Suchst du Unterstützung? Wie gehst du mit deinem Frust um? Gerne helfe ich dir auf diesem Weg. Ruf einfach an... 

Ich werde hier noch einen 2. Teil zu diesem Thema erstellen....




Alte Überzeugungen

15. Dezember 2020

Ich habe gerade mit Vergebungsarbeit an mir selber gearbeitet und wichtige Erkenntnisse gehabt. Wie ich die Dinge bewerte, ist nur meine Sicht der Dinge. Das entspricht nicht unbedingt oder sogar wahrscheinlich nicht der Wahrnehmung der anderen Person, die möglicherweise auch involviert ist. Ich bewerte eine Situation, vielleicht von früher, so wie ich meine, sie sei zu bewerten. Denn eine andere Sicht habe ich vermutlich nicht. Es hat in mir diese oder jene Gefühle ausgelöst. Heisst aber nicht, dass es so gemeint war. Nun aber habe ich diese Erfahrung in mein Weltbild integriert und vermutlich immer wieder neu daran geglaubt bzw war fest der Überzeugung, dass es so ist oder war. Erst jetzt habe ich durch ein näheres Hinschauen bemerkt, dass die alte Geschichte doch vermutlich aus Liebe geschehen ist, aber mit einer ganz anderen Idee dahinter. Nun, heute bin ich frei geworden, dadurch dass ich meine alte Überzeugung loslassen konnte. Und statt meine alte, traurige Erfahrung als traurige Erinnerung gespeichert zu lassen, hab ich bemerkt, dass mich diese Erfahrung trotz allem gestärkt hat. Nur durch sie habe ich mich so entwickelt und nur durch sie hab ich mich eingesetzt für dieses und jenes. Somit kann ich diese alte Erfahrung nun als eine wichtige Ressource für mein Leben nehmen, die mir nun heute Kraft gibt. Ohne meine Erfahrungen wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. 

Wo ist mein Fokus? 

2. Nov. 2020

In dieser Corona Zeit merke ich sehr stark, wie wichtig es ist, wo ich meine Gedanken hinlenke. Bin ich beschäftigt mit den aktuellen Fallzahlen oder den Corona Pro und Contras? Oder verfolge ich ständig die Nachrichten und muss mithalten, was rund um die Welt so läuft? 

Ich hab mich dagegen entschieden. Gegen all die Sachen, die ich nun aufgezählt hab. Weil es mir sehr viel Energie raubt, die ich wirklich anders einsetzen kann. Ja für mich ist es sogar sehr wichtig, meine Gedanken, mein Fokus auf mein Tun zu richten. Meine Arbeit, die ich voranbringen will, meine Kurse an denen ich grosse Freude hab, meine Beziehungen, die mir wichtig sind. 

Wie schaffe ich das, da schliesslich alle immer wieder über diese Corona Zeit schimpfen? Und ja es ist wirklich eine grosse Herausforderung für uns zur Zeit. Ich bin selber gerade in Quarantäne und kann daher meine Arbeit nicht ausüben. Das kann wirklich nerven. 

Aber ich habe mich entschieden, die Massnahmen die das BAG vorschreibt, einfach hinzunehmen, statt Zeit mit diskutieren zu verbringen. Ich möchte meine Energie in meine Projekte investieren! Ich habe das Glück sagen zu dürfen, dass ich gerne arbeite, ob als Jugendarbeiterin oder als Coach.  Daher ist es mir wichtig, hier mein Fokus zu legen und meine Energie hier einzusetzen. 

Wie gelingt mir das? Ja es ist von Tag zu Tag eine neue Herausforderung. Denn jeden Tag kommen neue Nachrichten oder Situationen auf uns zu, die wir gerne aus Ausrede dafür benutzen, nicht in unserer Energie für unsere Projekte zu sein. Kennst du das? Ja ich muss wirklich jeden Tag von neuem, manchmal mehrmals pro Tag, ein kleines Ritual machen, mich besinnen, um mich wieder zu fokussieren. Fokussieren auf das, was ich wirklich tun will. 

Und ja, es gibt Tage, an denen es mir nicht gelingt. Das ist einfach so und ich muss mich nicht beschimpfen deswegen. Sobald ich es bemerkt habe, fertig getrauert oder halt doch geschimpft habe, kann ich mich wieder ausrichten und neu zu fokussieren beginnen. Ich staune immer wieder, wie die Energie ganz automatisch dorthin geht wo ich sie reinstecke. Schon komisch grins...

RHO Beratungen

Ramona Hochrainer
r[email protected]